Eliane Potiguara (Brasilien)


 

Peacewomen

«Im Prozess der Unterdrückung der Ureinwohner/-innen litten Frauen am meisten. Aber die Spiritualität meines Volkes ist tief und wird nicht einfach verschwinden.»

Eliane Potiguara wurde 1950 in einem indigenen Ghetto in Rio geboren, das sich aus Ureinwohnern und Ureinwohnerinnen aus Paraíba zusammensetzt, einem armen Bundesstaat im Nordwesten Brasiliens. Eliane ist die Gründerin der ersten indigenen Organisation Brasiliens Grumin (Bildungsgruppe für Frauen und Ureinwohner/-innen), die mittlerweile in das Netzwerk Indigener Kommunikation umgewandelt wurde. Als Schriftstellerin ist Eliane ebenfalls die Stimme einer Gruppe indigener Autoren und Autorinnen, die für die Erhaltung ihrer Kultur kämpfen.

Eliane Potiguaras Kindheitserinnerungen sind die an ein von Armut und Ausgrenzung gezeichnetes Leben. Im Laufe ihrer Kindheit in einem indigenen Ghetto nahe den Rotlichtvierteln der Stadt, kam ihre Familie an den Punkt, dass sie auf der Straße leben mussten. Ihre Großmutter verkaufte Bananen am Eingang der Schule, die Eliane besuchte. Die Inspiration für ihre Bemühungen zur Verteidigung indigener Frauen stammt aus dem Tatendrang und Interesse an Literatur der Frauen, die sie aufzogen. “Unser Leben unterliegt historischer Gewalt; meine Großmutter verließ ihren Stamm, nachdem sie mit zwölf Jahren missbraucht worden war”, sagt sie. Auf ihrem Weg des Kampfes im Namen der indigenen Frauen erlebte auch sie Gewalt, Demütigung und sexuellen Missbrauch. Sie ist Mutter dreier Töchter und Großmutter von zwei Enkeln. Immer noch müht sie sich um den Unterhalt ihrer Familie ab. Mit einer Lehrlizenz begann sie, in ihrer armen Gemeinde zu unterrichten, als sie noch sehr jung war. Als Schriftstellerin erinnert sie sich, dass sie für Briefe verantwortlich war, die ihre Großmutter ihrer in Paraíba gebliebenen Familie schickte. Von der Großmutter erbte Eliane das Interesse für indigene Traditionen. Daher gehört sie dem Netzwerk Indigener Schriftsteller/-innen an und ist Beraterin am Brasilianischen Indigenen Institut für Intellektuelles Eigentum (INBRAPI). 2004 förderte dieses Institut das erste Treffen indigener Autoren/-innen in Rio.
Eines von Elianes Haupterrungenschaften war die Nationalkonferenz indigener Frauen in Rio de Janeiro, die sie 1991 organisierte. Mehr als 200 Vertreterinnen verschiedener Gemeinschaften nahmen an dem Treffen teil. Im selben Jahr war sie in Genf Teil einer Arbeitsgruppe, die die Allgemeine Erklärung der Rechte Indigener Völker umschrieb. “All meine Kraft wurzelt in der Kindheit, als ich durch meine Großmutter den Wert der Ureinwohner/-innen lernte”, sagt sie.

Rede de Comunicação Indígena (Netzwerk Indigener Kommunikation)
Rede de Escritores Indígenas (Netzwerk Indigener Schriftsteller/-innen)
Lateinamerika und die Karibik | Brasilien