Bogaletch Gebre (Aethiopien)


 

«Mein Traum wurde wahr. Mir ist es gelungen, ein soziales Projekt aufzubauen, dass die wesentlichen Gemeindedienste wie eine Schule, eine Bibliothek, ein Ressourcen- und ein Gesundheitsberatungszentrum enthält.»

Bogaletch Gebre war die erste Frau ihres Dorfes, die eine höhere Bildung erhielt. Nachdem sie ein Fulbright Stipendium zum Studium der Parasitologie erhalten hatte, ging sie 1975 in die USA. Später erhielt sie ein weiteres Stipendium der israelischen Regierung, um Mikrobiologie und Physiologie an der Hebrew University in Jerusalem zu studieren. Sie war die erste Äthiopierin, die an der Fakultät für Wissenschaften der Universität Addis Abeba studierte. Sie strebt danach, die Bedingungen für Frauen in ländlichen Gebieten zu verbessern und ihnen Zugang zu einem besseren Leben zu verschaffen.

Bogaletch Gebre wurde in dem äthiopischen Dorf Zato geboren. Die Infrastruktur der Region war sehr schlecht – Elektrizität, fließendes Trinkwasser und Straßen fehlen und die Arbeitslosigkeit ist besonders bei der Jugend sehr hoch. Sie wuchs in einem Gebiet auf, das kulturellen Werten tief verbunden war, wo Tabus wie weibliche Genitalbeschneidung dominierten. Frauen hatten keinen Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung. Die Gegend war so primitiv, dass keine Geburtsurkunden ausgestellt wurden. Sie bemühte sich, das Bewusstsein für HIV/Aids, die Prävention weiblicher Genitalbeschneidung, häusliche Gewalt und die Geschlechterdiskriminierung zu wecken, widmete ihr Leben örtlichen Verbesserungen und war besonders während der Hungersnot 1984 an nachhaltigen Veränderungen ihres Landes beteiligt. Sie glaubt, dass das Missverständnis kultureller Prinzipien und gesellschaftlicher Bräuche das Leben manchmal erschwert und die soziale Entwicklung der Menschen begrenzt. Ihrer Ansicht nach haben soziale und politische Aktivisten/-innen die Pflicht, die Informationslücke der lokalen Gemeinden zu überbrücken und den Menschen zu informierten Entscheidungen bei der Entwicklung zu helfen.
1997 kehrte Bogaletch in die Heimat zurück und half, kommunale Frauenorganisationen zu gründen, wie Kembatti Mentti Gezzimma-Topa (KMG) oder Kembatti Women Self-Help Center in Äthiopien, wo das Recht der Frauen gestärkt wird, ihre Bedürfnisse zu nennen und Initiativen zu Verbesserungen in ihren Gemeinden zu ergreifen. KMG nutzt Methoden, die die Fähigkeiten der Gemeinden durch Dialog erweitern. Sie hat auch soziale Mehrzweck-Projekte etabliert, mit einem Frauenzentrum, einer Schule, einer Bibliothek, einem kommunalen Ressourcenzentrum und einer Gesundheitsberatungsstelle. In ihrer Arbeit hat sie viele Herausforderungen gemeistert, z.B. politische Drohungen, Bürokratie und das Fehlen moderner Annehmlichkeiten.